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Heilpflanzen

Die Naturapotheke unter unseren Füßen: Heilpflanzen am Wegesrand

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Am Rande unserer Wege und Pfade, dort, wo die Natur scheinbar unbeachtet ihr eigenes Reich entfaltet, finden sich wahre Schätze der Heilkunst. Auf den blühenden Wegen vieler Wanderziele in Deutschland ganz Europa verbirgt sich eine reichhaltige Naturapotheke, gefüllt mit kostbaren Schätzen und einheimischen Heilpflanzen. Von dem unscheinbaren Gänseblümchen bis hin zum robusten Alpendost – die Natur um uns herum ist gespickt mit natürlichen Helfern gegen alltägliche Wehwehchen. Wir enthüllen, wie diese allgegenwärtigen, aber oft übersehenen Pflanzen unsere Gesundheit unterstützen können.

Autorin Jessi
Jessica von erlebe-aktiv hat bei Ihrer letzten Aktivreise die Heilpflanzen am Wegesrand etwas unter die Lupe genommen.

Alpendost

Der Alpendost – das natürliche Kühlpack

Botanische Merkmale: Der Alpendost ist in Bergmischwäldern, an Bachufern und in alpinen Wiesen zu finden. Sie ist in den europäischen Gebirgen weit verbreitet insbesondere in den Alpen. Charakteristisch für den Alpendost sind seine großen, behaarten Blätter, die eine herzförmige bis eiförmige Basis aufweisen. Die Blätter sind oft dunkelgrün und durch die Behaarung samtig weich.

Anwendung: Die heilende Wirkung des Alpendosts kommt insbesondere bei Prellungen und als natürliches Kühlpack zum Tragen. Die Frische der Alpendostblätter sorgt für eine anhaltende Kühlung. Dank ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften tragen sie zu einer schnelleren Abschwellung an Gelenken bei. Zur Anwendung werden die Blätter gequetscht, bis der Pflanzensaft austritt, und dann auf die betroffene Stelle aufgelegt und bandagiert. Ein zusätzlicher, angenehmer Nutzen ergibt sich an warmen Tagen, wenn man die Blätter unter dem Sonnenhut trägt, um für Kühlung zu sorgen.

Hinweise: Wichtig zu beachten ist, dass der Alpendost aufgrund von leberschädigenden Alkaloiden nicht zum Verzehr geeignet ist.

Der Breitwegerich – die schnelle Hilfe gegen Blasen

Botanische Merkmale: Zu finden ist die Pflanze am Wegesrand, Wiesen und Äcker. Man erkennt sie an ihren Ovalen bis Eiförmigen Blättern mit deutlichen Längsadern die direkt aus der Basis der Pflanze wachsen. Zusätzlich hat die Pflanze lange dünne Stile an denen kleine grüne Blüten sind.

Anwendung: Der Breitwegerich hilft bei Druckstellen und Blasen. Sollten Sie beim Wandern Beschwerden verspüren, können frische Breitwegerichblätter Abhilfe schaffen. Legen Sie einfach ein Blatt direkt auf die betroffene Stelle und fixieren Sie es mit Ihrer Socke. Die kühlenden und abschwellenden Eigenschaften des Breitwegerichs können nicht nur Linderung verschaffen, sondern oft auch die Entstehung von Wasserblasen verhindern. Seit Jahrhunderten ist die Pflanze ein fester Bestandteil der Volksmedizin, aus der Salben und Tinkturen hergestellt werden. Auch als Tee aufgebrüht, kann der Breitwegerich bei Atemwegserkrankungen Linderung verschaffen. Die jungen, zarten Blätter eignen sich darüber hinaus hervorragend als vitaminreiche Zugabe in Salaten.

Breitwegerich
Tausendgüldenkraut

Das Tausendgüldenkraut - bitteres Wunder für die Verdauung

Botanische Merkmale: Die in Europa weit verbreitete Pflanze wächst auf trocknen Wiesen und in lichten Wäldern. Die Blätter, die sich paarweise gegenüberstehen, sind einfach und schmal geformt. Sie gruppieren sich an der Basis der Pflanze zu einer Rosette.

Anwendung: Das Kraut welches auch als Bitterkraut bekannt ist, ist für seine intensiven bitteren Inhaltsstoffe bekannt. Diese Bitterstoffe wirken appetitanregend und verdauungsfördernd, was das Kraut zu einem idealen Begleiter bei Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen oder leichter Übelkeit macht. Um einen Tee aus dem Kraut zu machen, einfach 1–2 Teelöffel von den getrockneten Pflanzenteilen nehmen und mit 250 ml kochendem Wasser übergießen. Der Tee sollte anschließend 5-10 Minuten ziehen.

Hinweise:
Trotz seiner heilenden Wirkung ist Vorsicht bei der Anwendung geboten. Insbesondere Personen mit empfindlichem Magen oder jene, die auf Pflanzen der Enziangewächse allergisch reagieren.

Die Strahlenlose Kamille - Der natürliche Duft- und Insektenschutz aus der Natur

Botanische Merkmale: Die Strahlenlose Kamille findet man oft an Wegesrändern, auf Wiesen und besonders auf trockenen, sandigen Böden. Diese besondere Pflanze zeichnet sich durch ihre einzigartigen, strahlenlosen Blüten aus. Anders als die Echte Kamille mit ihren weißen Blütenblättern weist die Strahlenlose Kamille ausschließlich gelb-grüne frei stehende Köpfchen auf ohne weiße Blütenblätter.

Anwendung: Die gelben Blüten der Strahlenlosen Kamille geben beim Zerreiben einen angenehmen Apfelduft frei, der einen natürlichen Abwehrstoff gegen Insekten enthält. Ein Aufguss aus der Pflanze kann als Schutzmittel gegen Fliegen und Mücken dienen. Darüber hinaus wirkt dieser Aufguss gegen die Bakterien, die für die Entstehung von Schweißgeruch verantwortlich sind und kann so vor unangenehmen Gerüchen schützen sowie Hautreizungen durch übermäßiges Schwitzen vorbeugen. Bei Bedarf bietet auch die direkt auf die Haut aufgetragene, zerriebene Pflanze schnelle Abhilfe.

Hinweis: Bei bekannter Korbblütlerallergie ist die Strahlenlose Kamille zu vermeiden.

Kamille
Spitzwegerich

Der Spitzwegerich – gegen juckende Insektenstiche

Botanische Merkmale: An Wegesrändern, auf Wiesen und Feldern stößt man häufig auf den Spitzwegerich, eine Pflanze, die mit ihren charakteristischen schmalen und länglichen Blättern, ausgestattet mit fünf bis sieben markanten Längsadern, leicht zu identifizieren ist.

Anwendung: Ähnlich seinem Verwandten, dem Breitwegerich, wird er aufgrund seiner antiseptischen und wundheilenden Fähigkeiten geschätzt. Besonders wirksam zeigt er sich bei der Behandlung von Schnittwunden, Hautirritationen und Insektenstichen. Die frischen Blätter des Spitzwegerichs, zerquetscht, um den entzündungshemmenden Saft freizusetzen, bieten eine sofortige Erleichterung bei Stichen von Mücken, Bremsen und Bienen. Das Auftupfen des Pflanzensafts reduziert den Juckreiz und lässt Schwellungen abklingen.

Das Gänseblümchen – Die unscheinbare Kraftquelle am Wegesrand

Botanische Merkmale: Das Gänseblümchen ist vielen als kleine Blume bekannt doch kaum einer kennt auch Ihre Wirkung als Heilpflanze. Mit seinen charakteristischen weißen Blüten, die ein sonniges gelbes Zentrum umgeben und auf kurzen Stielen direkt aus der Blattrosette am Boden sprießen, ist es nicht nur leicht zu identifizieren, sondern auch ein wertvolles Kraut in der Naturheilkunde.

Anwendung: Seine Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Gänseblümchen entfalten ihre schmerzlindernde Kraft in Aufgüssen oder Tinkturen, die bei Muskelschmerzen und leichten Entzündungen Linderung verschaffen können. Darüber hinaus stimuliert der Verzehr der Blüten den Appetit und wirkt entzündungshemmend. Nicht zu vergessen ist der Gänseblümchentee, der traditionell getrunken wird, um das Immunsystem zu stärken und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.

Gänseblümchen

Unser Fazit

Auf unseren Aktivreisen haben wir festgestellt, dass die Natur uns eine Welt voller natürlicher Wunder und Heilpflanzen direkt am Wegesrand eröffnet. Indem wir diese natürlichen Helfer erkennen und nutzen, erweitern wir nicht nur unser Wissen über die Natur, sondern tragen auch aktiv zu unserem Wohlbefinden bei. Lassen Sie sich auf Ihrer nächsten Wanderung von der heilenden Kraft der Natur inspirieren und erleben Sie, wie die Naturapotheke unter unseren Füßen unser Reiseerlebnis bereichern kann.

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