Nach oben

spießer wandern

Vorurteile Wanderurlaub: Nur Spießer gehen wandern!

Blog

Als meine Kollegen vor einem Jahr auf mich zukamen und gefragt haben, ob ich mir vorstellen könnte ein Teil des erlebe-aktiv Teams zu werden, war ich doch etwas überrascht. In Bezug auf Radfahren und Wandern würde ich mich in meiner Freizeit alles andere als aktiv beschreiben. Auch als Reisespezialistin für Mietwagenrundreisen durch Griechenland und Portugal habe ich meine Reisen bisher weniger aktiv gestaltet. Ich mag es gerne am Strand zu entspannen, schöne Natur zu genießen, andere Länder und Kulturen zu entdecken und neue Abenteuer zu erleben, doch das lieber mit dem Mietwagen anstatt mit meinen eigenen Füßen – dachte ich zu mindestens immer.

Autorin Sina
Sina ist ihre Reisespezialisten für Aktivreisen

Meine Vorurteile gegenüber Wanderreisen

Durch meine neuen Aufgaben bei erlebe-aktiv habe ich mich immer weiter mit dem Thema Rad- und Wanderreisen befasst und da war es natürlich auch selbstverständlich, dass meine erste eigene Wanderreise plante. Doch trotz unserer tollen und interessant klingenden Reisen, hatte ich weiterhin einige Vorurteile gegenüber Wanderreisen. Denn gehen nicht eigentlich nur Spießer wandern? Außerdem hatte ich Bedenken wegen meiner Ausrüstung und ob ich überhaupt fit genug bin eine längere Wanderreise zu meistern. Doch ich beschloss mich nicht von meinen Vorurteilen und Sorgen abschrecken zu lassen und so planten wir zu fünft meine erste Wanderreise. Es sollte im November in den Teutoburger Wald gehen. In drei Tagen ca. 50 km wandern und das ganz ohne Training hat mich schon etwas beängstigt, aber wer nichts wagt, der nichts gewinnt.

Weniger ist manchmal mehr

So habe ich bei Familien und Freunden eine passende Ausrüstung geliehen, sichergestellt, dass ich genug Wasser und Snacks dabei hatte und habe mich auf das Abenteuer Aktivurlaub eingelassen. Und wenn ich schreibe, dass ich genügend Snacks dabei hatte, so ist es nicht übertrieben, dass ich mit meinen 5 Jutebeutel an Verpflegung mindestens noch 5 weitere Tage hätte weiterwandern können, ohne zu verhungern. Dies war also mein erstes Learning: „Weniger ist manchmal mehr!“, und mein Rücken hätte sich auch bedankt, wenn er nicht so viel hätte schleppen müssen.

Den inneren Wandermuffel überwinden

Als wir in Tecklenburg angekommen sind und es in Strömen geregnet hat, dachte ich zunächst: „Herrje! Das sind ja tolle Voraussetzungen, um mich Wandermuffel von diesem neuen Hobby zu überzeugen“. Und ganz ehrlich, wenn meine Mitreisenden nicht höchst motiviert gewesen wären, dann hätte ich es bevorzugt, mich in das nächste Café zu setzen und lieber eine heiße Schokolade zu trinken, als die ersten 10 km durch den Wald zu wandern.

Doch als es dann losging, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Wandern war alles andere als langweilig! Trotz des Regens war die Landschaft wunderschön und ich konnte die frische Luft genießen. Auch wenn es anstrengend war, fühlte ich mich schon nach ein paar Kilometern fitter und aktiver. Wir sind einen Teil des Hermannsweges , über den Kamm des Teutoburger Waldes gewandert und besonders zu dieser Jahreszeit, war die Natur wirklich schön. Auch wenn wir von den bekannten Dörenther Klippen aus nur eine leichte Nebelwolke sehen konnten, habe ich es wirklich genossen. Zum Abschluss des Wandertages habe ich in einem kleinen schnuckeligen Café dann auch doch noch eine heiße Schokolade getrunken. Den Abend haben wir in unserer kleinen Gruppe, dann bei einem leckeren Abendessen und einer anschließenden Runde Phase 10 schön ausklingen lassen.

Die Sage des „Hockenden Weibs“
Die „Hockende Weib“-Felsformation, der berühmteste Fels der Dörenther Klippen, ist Gegenstand einer Legende, die von einer mutigen Mutter handelt, die sich in Stein verwandelte, um ihre Kinder vor den heranrollenden Fluten zu retten.

Als während der letzten Eiszeit der Wasserspiegel südlich der Ostsee anstieg, suchte eine Frau mit ihrem Kind Zuflucht auf den Höhen des Teutoburger Waldes. Mit Schrecken musste die Mutter feststellen, dass das Wasser unaufhaltsam anstieg. Die Mutter fing an zu beten, dass die Götter sie in Stein verwandeln sollten, wenn nur ihr Kind, das sie auf den Schultern trug, gerettet würde. So kam es, dass nicht die Frau, sondern auch ihr Kind noch heute in den Felsen zu erkennen sind.

Die richtige Ausrüstung machts!

Am nächsten Morgen stand dann auch schon die nächste Wanderung an. Eine Streckenwanderung ca. 22 km von Tecklenburg nach Lienen. Beim Blick aus dem Fenster war meine Stimmung kurz getrübt, der Regen vom vorherigen Tag war zwar verschwunden, hat sich über Nacht jedoch in kleine Schneeflocken verwandelt. Die Autos waren zugeschneit und das Thermometer zeigte eine Außentemperatur von -3 Grad an.

Zum Glück hatte ich Skiunterwäsche und eine Thermotrekkinghose dabei. Nach einem leckeren Frühstück sah die Welt zwar immer noch weiß aus, doch es hatte in der Zwischenzeit aufgehört zu schneien und so war ich dann motiviert die nächste Etappe zu beginnen.

Ich merkte auch, wie wichtig es ist, Wanderfreunde zu haben. Ich war mit vier weiteren, bereits erfahrenden Wanderern unterwegs und wir konnten uns gegenseitig motivieren und unterstützen. Wir hatten viel Spaß und lachten zusammen. Meistens über meine Verpflegung, die für eine 10-köpfige Großfamilie gereicht hätte. Gemeinsam haben wir viel erzählt und auch mal Zeiten genossen, wo wir einfach still nebenher gewandert sind. Durch diese Abwechslung verging die Zeit wie im Flug und kurz vorm Dunkelwerden hatten wir dann auch unsere nächste Unterkunft erreicht. Ich war müde, erschöpft und auch meine Füße machten sich nach diesem Tag bemerkbar, doch trotz der Anstrengungen fühlte ich eine innere Zufriedenheit und spürte eine leichte Vorfreude auf den nächsten Tag und unsere nächste Wanderung.

Insgesamt war meine erste Wanderung eine tolle Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte. Ich habe viel gelernt und bin davon überzeugt, meine Reisen zukünftig deutlich aktiver zu gestalten, denn Wandern ist alles andere als nur für Spießer!

Wandern ist alles andere als nur für Spießer!

Wandern ist eine tolle Möglichkeit, um sich zu entspannen und dabei eine schöne Natur zu genießen. Auch wenn es anstrengend ist, kann man den Kopf abschalten und aus dem sonst vielleicht stressigen Alltag ausbrechen. Gemeinsam wandern macht Spaß und gibt einem das Gefühl, ein Teil einer Gemeinschaft zu sein. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung und kann nur jedem empfehlen, seine Vorurteile über Bord zu werfen und diese wunderschöne Art des Reisens zu entdecken.

background-pattern