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Wandern in Apulien – Zu Besuch im Absatz Italiens

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Dieses Jahr ging es für Produktmanagerin Verena zum Wandern nach Apulien. Dieser süditalienische Landstrich reicht vom “Stiefelschaft” bis zur “Ferse”.

Eine neue Wanderung wurde uns von unserer italienischen Agentur auf einem noch unbekannten Küstenweg von Otranto nach Santa Maria Leuca präsentiert: 58 Kilometer felsige Küste, unterbrochen von wunderschönen Buchten und kleinen Fischerdörfern, alles vor einer wunderbaren Kulisse des azurblauen Mittelmeers. Diesen Aktivurlaub in Italien galt es auszuprobieren!

Unbekannter Küstenpfad - 50 Millionen Olivenbäume und Dolce Vita

Mein Urlaub Wandern in Apulien beginnt im sonnenverwöhnten Otranto, genauer gesagt in einem hübschen 4-Sterne-Boutique-Hotel. Die erste Rundwanderung von sieben Kilometern liegt bereits hinter mir: Die Wanderung führte mich durch umliegende Hügel voller Olivenhaine und stark duftender mediterraner Macchia-Büsche. Nach dieser wundervollen Etappe lege ich meine Füße hoch, arbeite an der Routenbeschreibung zum Wandern in Apulien und freue mich bereits auf die letzte Aufgabe des heutigen Abends: die Suche nach einem guten Fischrestaurant, das wir als kulinarischen Tipp mit in die Reiseunterlagen aufnehmen werden.

Bestes Exportprodukt

Olivenbäume, davon gibt es in Apulien etwa 50 Millionen und das extra-native Olio Pugliese ist eines der besten Exportprodukte der Region. Heute habe ich einige schöne Exemplare gesehen. Es ist kaum möglich, die Atmosphäre und Farben mit der Kamera einzufangen.

Albanien in Sicht und Leuchtfeuer aus dem Meer

Die erste Etappe entlang der Küste, führt von der schönen Festungsstadt Otranto nach Porto Badisco. Die Sonne scheint und es ist Sonntag. Andere Küstenwanderwege Italiens ziehen viele Wanderer an, hier beim Wandern in Apulien begegne ich nur vereinzelt einem Fischer, der seine Angelschnur von der felsigen Küste aus ins Meer wirft. Der Küstenweg schlängelt sich entlang der Felsen und Buchten. „Halten Sie das Meer zu Ihrer Linken und den Leuchtturm direkt vor Ihnen und Sie können nichts falsch machen“, heißt es in der Wegbeschreibung.

Abgesehen von einigen steinigen Abschnitten ist es ein herrlich entspannter Spaziergang. Nach wenigen Stunden erreiche ich das östlichste Kap Italiens: Capo Punta Palascia. Ein schlanker, weißer Leuchtturm ragt wie ein Leuchtfeuer aus dem Meer. Auf der anderen Seite sieht man gerade noch die Umrisse Albaniens, 70 Kilometer Luftlinie entfernt.

Oase der Ruhe

Im Gegensatz zum fast menschenleeren Küstenweg, ist die Gegend rund den Leuchtturm sehr belebt. Drei Reisebusse haben ihre “Fracht” ausgeladen und die Bar quillt über vor Tagesausflüglern. Ich verzichte hier auf einen Cappuccino und wandere lieber weiter. Nach fünf Stunden komme ich am Agriturismo an. Eine stilvoll renovierte Masseria – ein quadratisches Bauernhaus mit Innenhof, in dem ich verwöhnt werde. Eine Oase der Ruhe inmitten der Felder und mit einem unglaublichen Blick auf das Meer. Einfach herrlich nach einem Tag Wandern in Apulien. Dolce Vita pur.

Gli Pagliari

Die Südküste Apuliens, die Kulisse für diese erlebe-aktiv-Reise, überrascht erneut. Ich habe gerade den kleinen Ort Porto Badisco verlassen, als der schmale Küstenweg zu einem seltsamen runden Bauwerk inmitten des Feldes führt, das den Namen Pagliaro trägt. Diese sollen mittelalterliche Unterstände für Hirten sein.

Ehrlich gesagt zweifle ich immer ein wenig an solchen Geschichten, denn welcher Hirte möchte die Nacht in einem kahlen Steinturm verbringen, wenn sein Dorf in der Nähe ist. Doch als wenn man meine Gedanken gehört hätte, kommt ein Hirte mit einer Schafherde. Sein Hund bewacht den Eingang zum Pagliaro und bellt laut, als er mich näherkommen sieht.

Sein Herrchen winkt mir zu und deutet mit einer Bewegung in die Richtung, auf der sich meine Wanderung fortsetzt – und Hund legt sich brav hin. Zwei Kilometer weiter auf einem fantastischen Küstenpfad, steht ein weiterer Pagliaro an einem unheimlich schönen Ort mit Blick auf das Meer. Es wird immer schöner…

Die zweite Blüte

Von meiner letzten Reise in diese Region im Spätsommer, hatte ich in Erinnerung, dass manche Stellen recht dürr und trocken waren. Ich werde jedoch eines Besseren belehrt. Diese ‚Costa Salentina‘, wie die Region genannt wird, ist frisch und grün und steht noch in voller Blüte.

Das liegt zum Teil am maritimen Klima, wo es nachts oft in kurzen, heftigen Schauern regnet, und zum Teil an der Anpassungsfähigkeit der Vegetation. Es gibt typisch mediterrane Pflanzen, die die heißen, trockenen Sommermonate als Knollen im Boden überstehen. Oft blühen sie zweimal im Jahr, im zeitigen Frühjahr und im Spätherbst. Ein gutes Beispiel ist das wilde Alpenveilchen. Hier in Apulien sieht man ganze Straßenränder gesäumt von den zarten, hellvioletten Blüten der Alpenveilchen.

Die Spur des Salzes

Die letzte Nacht meiner Reise: „Wandern in Apulien“ verbringe ich im Agriturismo von Sergio und Adelaide, einem großartigen Ort, der sich direkt an der Wanderroute befindet. Ich werde köstlich bekocht und darf die herzerwärmende Gastfreundschaft genießen.

Adelaide spricht ein paar Worte Englisch und gibt sich viel Mühe, damit die Gäste sich wohl fühlen. Wir essen frischen Fisch: eine Art kleiner Thunfisch, den ihr Vater heute früh aus dem Meer gefischt hat. Köstlich zubereitet mit Tomaten und Kräutern aus dem Garten. Währenddessen erzählt Sergio Geschichten der Umgebung. Auf dem Küstenpfad, den ich morgen beim Wandern in Apulien gehen werde, dem Sentiero del Sale, benannt nach den Salzschmugglern, wurde vor einem Jahrhundert illegal produziertes Salz von der Küste ins Landesinnere gebracht. Der Salzhandel ist seit langem eine Angelegenheit der Regierung, aber die armen Leute konnten das zusätzliche Geld gut gebrauchen.

Am nächsten Tag spaziere ich auf dem gut ausgebauten Weg, genieße den Blick über das Meer und die salzige Meeresbrise, die in der Luft liegt.

Ganz in den Süden

Einmal in der Gegend beschließe ich einen Abstecher ganz in den Süden Apuliens zu unternehmen. Die Ostküste Apuliens ist felsig, kleine Buchten, hohe Klippen und Grotten wechseln sich ab. Die Westküste hingegen ist wesentlich sanfter und die weißen Sandstrände erinnern an manchen Stellen fast an die Karibik. Zwischen diesen unterschiedlichen Küstenabschnitten liegt der kleine Ort Santa Maria di Leuca mit einer langen Strandpromenade und vielen Möglichkeiten auf einer Terrasse einen Drink zu nehmen. Von hier starten auch viele Wassersportausflüge: Kajaken entlang der Küste zu einigen der kleinen Grotten und Höhlen, Stand-Up-Paddeln in den Sonnenuntergang oder die Erkundung der Umgebung per kleinem Motorboot.

Im Gegensatz zur Ostküste bietet die Westküste den Vorteil spektakulärer Sonnenuntergänge. In einer Bar auf der Stadtmauer von Gallipoli, die erbaut wurde, um die Stadt von Piraten zu schützen, lässt sich dieser herrlich beobachten.

Die Kombination der beiden Küsten und somit die Highlights beider Landschaften können Sie bei unserer Radreise Apulien selbst erleben.

Mit vielen tollen Eindrücken und einigen Litern Olivenöl im Gepäck sage ich Ciao zu Apulien – bis bald!

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