
Meine drei Highlights in Ägypten
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Der Nil, der Nil und… der Nil
Wenn ich an meine Ägypten Reise denke, fallen mir drei Dinge ein – und sie tragen alle denselben Namen: der Nil.
Dieser Fluss ist Lebensader, Reisepartner, Ruhepol und Abenteuer zugleich. Und egal, auf welche Weise Sie ihn erleben – der Nil hinterlässt Eindrücke, die bleiben.
Ich habe dieses Jahr alle Varianten ausprobiert und deshalb steht er gleich dreimal auf meiner Highlight-Liste.
- Komfortabel und stilvoll auf einer Dahabeya
- Ursprünglich und abenteuerlich auf einer Feluke
- Ganz entspannt vom Ufer aus

Britta 💚 von erlebe
1. Dahabeya – der Nil in seinem schönsten Tempo
Eine Dahabeya ist ein traditionelles ägyptisches Zweimast-Segelboot mit gemütlichen Kabinen, Sonnendeck und viel Platz. Sie gleitet lautlos über den Fluss, meist begleitet von einem kleinen Schlepperboot, das genutzt wird, wenn der Wind einmal nicht mitspielt.
Eine Dahabeya ist wie ein leises Augenzwinkern an die Vergangenheit: zwei Masten, weiche Polster, sanft knarrende Holzbalken. An Bord breitet sich sofort dieses Gefühl aus, die Welt würde ein Stück langsamer atmen.
Die Kabinen haben einen unmittelbaren Blick aufs Wasser, eine Perspektive, die ein größeres Schiff nicht liefern kann. Über Tag haben wir spannende Ausflüge zu den berühmten Tempeln oder in die Dörfer der Umgebung unternommen. Unser Kapitän hat die besucherreichen Zeiten geschickt „umschifft“, so dass wir zum Beispiel den Tempel von Kom Ombo fast für uns allein hatten. Ein Ägyptologe hat die Tour begleitet, so dass wir bei den Tempeln immer mit spannenden Hintergrundinformationen versorgt wurden.
Während wir beim Ausflug in das Leben von Land und Leuten eintauchen konnten, war der Schiffskoch einkaufen. So gab es jeden Tag frische und köstliche Gerichte. Alles Obst und Gemüse wird, wenn es nicht geschält wird, mit Trinkwasser gewaschen und auch für Vegetarier ist es prima gelöst: die Fleischgerichte werden einfach separat serviert.
Nur 12 Gäste, meist aus unterschiedlichen Ländern und die ca. 10-köpfige Crew sind an Bord, so dass wir schnell eine schöne Gemeinschaft gebildet haben.



2. Feluke – wenn der Nil zum Abenteuer wird
Ganz anders, und doch genauso faszinierend, ist eine Reise mit der traditionellen Feluke. Hier gibt es kein Holzdeck mit Kabinen, und abgesehen von dem kleinen Holzhäuschen mit der Camping-Toilette keine Türen, die man hinter sich schließen könnte. Eine Feluke ist offen, schlicht und ehrlich – für mich fühlte es sich an, wie eine Einladung, den Nil so zu erleben, wie ihn die Menschen hier seit Jahrhunderten kennen.
Jede Reise mit der Feluke wird ein persönliches Erlebnis, denn es gibt keine anderen Gäste an Bord. Der Kapitän, ein Koch und manchmal noch ein Matrose begleiten die Gäste auf der Fahrt. Wir waren total überrascht, was für Köstlichkeiten auf dem kleinen 2-Plattenkocher gezaubert wurden. Das Essen stand dem auf der Dahabeya tatsächlich in nichts nach.
Wir haben die zweitägige Tour mit einer Übernachtung unternommen, aber ich hätte mir auch gut einen weiteren Tag an Bord vorstellen können. Der Wind bestimmt die Geschwindigkeit, der Fluss und die geübten Manöver des Kapitäns den Kurs.
Die Matratzen, auf denen tagsüber gesessen wird, verwandeln sich abends in Schlafplätze unter freiem Himmel. Das nächtliche Zirpen, das leichte Schaukeln, der Blick auf einen sternübersäten Himmel, da mag man gar nicht einschlafen. Wirklich tief und fest habe ich auf dem Nil jedoch nie geschlafen. Ab und zu pfeift der Nachtzug auf seiner Tour zwischen Kairo und Assuan vorbei und der morgendliche Ruf der Muezzins aus den verschiedenen Dörfern entlang des Nils vermischt sich zu einem Chor.
Es ist ein bisschen wie Zelten, nur eben mitten auf dem Wasser. Und genau das macht es so besonders und abenteuerlich.
3. Vom Ufer aus – den Nil kommen lassen
Manchmal reicht es, einfach nur am Ufer zu sitzen, um den Nil zu erleben. Ein Hotel direkt am Fluss – oder noch schöner, auf einer kleinen Nilinsel – bietet ein völlig anderes, aber ebenso eindrucksvolles Erlebnis.
Morgens, wenn die ersten Feluken lautlos vorbeigleiten, zeigt sich der Nil in einem weichen, goldenen Licht. Mit einer Tasse Kaffee und dieser Aussicht startet es sich perfekt in den neuen Tag. Vom Ufer aus lässt sich wunderbar beobachten, wie sehr der Nil das Land prägt: Bauern treiben ihre Kühe und Esel zum Wasser, Kinder planschen am Rand und die Feluken bilden die bewegte Silhouette eines jahrtausendealten Alltags.
Gegen Mittag blitzt der Fluss hellblau und spiegelt Palmen, Minarette und das Leben am Ufer wider. Unser Hotel hatte ein Boot am Ufer liegen, welches den Pool an Bord hatte. So hatte man ein bisschen das Gefühl, im Nil zu schwimmen.
Abends in der Dämmerung wird die Wasserfläche meist ganz still und glatt, alles scheint langsamer zu werden – der perfekte Moment für einen Sundowner auf der Terrasse oder an der Bar.
Diese zwei Tage am Fluss habe ich nochmal ganz anders genossen. Gerade wenn man nach viel Kulturprogramm und Trubel in Kairo ein paar Tage ganz entspannt einfach nur an einem Ort sein möchte, erwartet Sie der Nil ohne Termine, ohne Zeitdruck. Einfach ankommen, schauen, und den Nil wirken lassen.

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