ARGENTINIEN
Cerro Torre Panorama in Argentinien Patagonien

Meine Patagonien Highlights

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Schon das Wort Patagonien klingt nach Fernweh und Abenteuer. Irgendwo weit weg, am Ende der Welt, geprägt von faszinierender, unglaublicher Weite, schroffen Bergen, glitzernden Seen und mächtigen Gletschern. Natürlich gibt es auch in Europa beeindruckende Berglandschaften. Doch die unberührte Wildheit Patagoniens, diese Dimension von Raum und Stille während einer Argentinien Reise zu erleben, verleiht dem Ganzen eine besondere Magie. Im vergangenen November hatte ich die Gelegenheit, diese einzigartige Region zu bereisen und möchte Ihnen in diesem Blog von meinen Eindrücken und Highlights erzählen.

Alena 💚 von erlebe

Alena 💚 von erlebe


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Mann an der Gletscherlagune des Perito Moreno Gletschers

Zweiter Frühling in Patagonien

Der November zählt in Argentinien zu den Frühlingsmonaten. Während in Buenos Aires die Jacaranda-Bäume die Stadt in ein zartes Lila tauchen, zeigen sich in Patagonien Kirschbäume, Flieder und Löwenzahn in voller Blüte. Besonders der leuchtend gelbe Löwenzahn bildet einen faszinierenden Kontrast zu den eisig-blauen Gletschern. Die Tage sind angenehm lang, die Abende hingegen noch spürbar frisch. Einen zweiten Frühling im Jahr zu erleben, ist wirklich etwas Besonderes. Was mich bereits am ersten Abend staunen ließ, war der Mond: Seine Größe – und vor allem seine „verkehrte“ Ausrichtung am Himmel – wirken in Patagonien ungewohnt und beeindruckend.

Wir haben eine fünftägige Mietwagenrundreise in Patagonien geplant und uns für insgesamt fünf Nächte vor Ort entschieden. Dabei haben wir bewusst die Regionen um Ushuaia sowie Bariloche ausgelassen. Zwei Nächte verbrachten wir in El Calafate, drei weitere in El Chaltén.

Kurzzeitig spielten wir mit dem Gedanken, von El Chaltén aus einen Tagesausflug in den chilenischen Teil Patagoniens zu unternehmen. Glücklicherweise haben wir uns dann doch „nur“ für Argentinien entschieden, ansonsten hätten wir mehr Zeit mit Transfers als in der einzigartigen Natur verbracht.

Die ersten Patagonien Highlights in El Calafate

Von Buenos Aires aus sind wir direkt nach El Calafate geflogen. Das charmante, vergleichsweise junge Städtchen ist stark vom Tourismus geprägt und dennoch angenehm überschaubar. Entlang der Hauptstraße finden Sie zahlreiche Restaurants, kleine Souvenirläden, Eisdielen, Bars sowie einen liebevoll gestalteten Handwerkermarkt.

El Calafate liegt am Südufer des Lago Argentino und grenzt an das Naturreservat Laguna Nimez, wo sich mit etwas Glück verschiedene Vogelarten – darunter auch Flamingos – beobachten lassen. Vor Ort werden zahlreiche Tagestouren angeboten. Ich hatte kurz überlegt, eine Reittour entlang des Lago Argentino zu unternehmen, habe diese Idee jedoch aus Zeitgründen verworfen.

Vor allem aber ist El Calafate als südliches Tor zum Parque Nacional Los Glaciares bekannt – und damit als Ausgangspunkt für den weltberühmten Perito-Moreno-Gletscher. Genau dieser wurde zu unserem ersten Patagonien Highlight. Die Fahrt von El Calafate dauert etwa eineinhalb Stunden, am Parkeingang wird eine Eintrittsgebühr erhoben.

Das Besucherareal rund um den Gletscher ist hervorragend ausgebaut. Shuttlebusse bringen Gäste vom Parkplatz bequem zum Startpunkt der Panorama-Stege. Wer möchte, kann alternativ über gut angelegte Treppenwege laufen. Vor Ort gibt es zudem zwei Restaurants – und tatsächlich haben Sie hier die Möglichkeit, ein Getränk mit echtem Gletschereis zu probieren. Ein kleines, aber besonderes Erlebnis.

Frau mit Eis am Perito Moreno Gletscher
Perito Moreno Gletscher

Am eindrucksvollsten erleben Sie den Gletscher während einer leichten Wanderung über die hervorragend angelegten Laufstege. Von dort aus haben Sie durchgehend freie Sicht auf das gewaltige Eisfeld – mal aus nächster Nähe, mal aus etwas größerer Distanz, sodass sich immer neue Perspektiven eröffnen.

Mich haben besonders die intensive blaue Farbe des Eises und die riesigen, zackigen Eisformationen fasziniert, die stellenweise wie überdimensionale Zähne wirken. Wahrscheinlich habe ich an diesem Tag hundert Fotos vom nahezu gleichen Motiv gemacht – und doch sah jedes Bild ein wenig anders aus.

Natürlich wartet man gespannt auf den Moment des „Kalbens“, wenn sich ein Stück Eis vom Gletscher löst und mit lautem Krachen ins Wasser stürzt. Um diesen Augenblick einzufangen, braucht es Geduld – entweder lässt man die Kamera dauerhaft mitlaufen oder richtet sie konstant auf eine Stelle und arbeitet mit Serienaufnahmen. Oft hört man das Donnern zuerst und sieht kurz darauf die Kreise auf dem Wasser.

Alternativ können Sie den Gletscher auch bei einer Bootstour vom Wasser aus oder bei einer geführten Gletscherwanderung direkt auf dem Eis erleben. Wir selbst haben einen halben Tag auf den Laufstegen verbracht – und möchten keine einzige Minute davon missen.

Fitz Roy: Das Ziel in Sicht

Am nächsten Tag ging es für uns weiter nach El Chaltén. Die Fahrt dauert knapp drei Stunden und führt durch scheinbar unbewohnte Weite. „Unbewohnt“ ist allerdings nicht ganz richtig – die ersten Begegnungen unterwegs hatten wir mit Nandus, den patagonischen Straußen, und immer wieder mit den süßen Guanacos, die neugierig in der Landschaft standen.

Und dann war da noch dieser Berg. Schon beim Anflug auf El Calafate – auf der rechten Seite des Flugzeugs – hatte ich ihn entdeckt: den 3.405 Meter hohen Fitz Roy. Während der gesamten Fahrt tauchte er immer wieder am Horizont auf, verschwand hinter Hügeln und zeigte sich erneut – fast so, als wolle er uns necken. Mehrfach hielten wir an, um die beeindruckende Landschaft zu fotografieren und zu filmen, bis wir schließlich in El Chaltén ankamen.

Auch El Chaltén ist stark vom Tourismus geprägt. Der kleine Ort bietet zahlreiche Restaurants und ist vor allem als Wanderparadies bekannt. Unzählige Wege starten direkt am Ortsrand. Da El Chaltén ebenfalls im Parque Nacional Los Glaciares liegt, sind die meisten Wanderwege kostenpflichtig. Sie können zwischen einem Tagesticket oder Mehrtagestickets wählen – die Preise sind inzwischen durchaus stattlich, und die Kassenhäuschen fast rund um die Uhr besetzt.

Frau am Schild bei El Chalten in Patagonien
Paar vor Fitz Roy in Patagonien

Von El Chaltén aus starteten wir – ausgestattet mit Wanderstöcken, wetterfester Kleidung und ausreichend Snacks – unsere Tour zur Laguna de los Tres. Auf etwa 1.180 Metern Höhe erwartet Sie dort der wohl berühmteste Blick auf den Fitz Roy und den darunterliegenden Gletschersee.

Um die Eintrittskosten am Hauptzugang zu umgehen, entschieden wir uns für einen rund sieben Kilometer längeren Umweg über die Route Madre e Hija – eine landschaftlich reizvolle Alternative, die sich absolut gelohnt hat.

Das Schöne an Bergwanderungen in Patagonien: Immer wieder passiert man klare Wasserquellen, sodass man nicht allzu viel Trinkwasser tragen muss. Die Strecke selbst war abwechslungsreich – mal stetig ansteigend, mal angenehm eben durch ein Feld voller Löwenzahn, dann wieder über eine Holzbrücke hinweg über einen rauschenden Fluss. Und immer wieder tauchte der Fitz Roy vor uns auf, sodass wir dachten: Gleich sind wir da.

Doch das letzte Stück hinauf zur Lagune hatte es wirklich in sich. Der steile Anstieg verlangte noch einmal alle Kräfte. Meine persönliche Motivation? Der Schokokuchen im Rucksack, den wir uns erst oben gönnen wollten.

Oben angekommen, wurden wir mit einem einmaligen Anblick belohnt: wolkenloser Himmel, der noch vereiste See und der imposant aufragende Berg – eine Kulisse, wie gemalt. Wer noch ein paar hundert Meter weitergeht, erreicht die Laguna Sucia und sieht den Fitz Roy aus einer anderen Perspektive. Aus Zeit- (und Müdigkeits)gründen mussten wir darauf verzichten.

Der Rückweg führte uns über den Hauptpfad zurück nach El Chaltén. Immer wieder blieben wir stehen, um die letzten Sonnenstrahlen auf dem markanten Gipfel tanzen zu sehen. Die letzte halbe Stunde liefen wir bereits in völliger Dunkelheit – und waren sehr froh, Stirnlampen dabei zu haben.

Nach 13 Stunden endete unser bisher längster Wandertag. Zum Glück haben viele Restaurants in El Chaltén lange geöffnet, sodass wir uns noch ein wohlverdientes, spätes Abendessen gönnen konnten.

Frau an der Laguna de los Tres Fitz Roy Patagonien
Frau am Cerro Torre in Patagonien

Cerro Torre – ein weiteres Patagonien Highlight

Am nächsten Tag stand bereits die nächste Wanderung auf dem Programm: Ziel war der knapp 3.130 Meter hohe Cerro Torre samt der gleichnamigen Lagune. Der Weg dorthin gehört zu den wenigen kostenlosen Wanderungen in der Region.

Die ersten fünf Kilometer kannten wir bereits vom Vortag, da dieser Abschnitt zur Route Madre e Hija führt. Interessanterweise hatte ich die Details dieses Streckenabschnitts nach dem erlebnisreichen – und durchaus kräftezehrenden – Vortag nahezu komplett verdrängt. So startete ich mit frischem Kopf, wenn auch mit etwas schweren Beinen, in die neue Tour.

Tatsächlich sind die ersten Kilometer die anspruchsvollsten, da es zunächst stetig bergauf geht. Danach beginnt die „Fleißarbeit“: Der Weg führt entlang eines klaren Bergflusses, vorbei an kleinen Wasserfällen, immer mit weitem Blick in die Landschaft, bis schließlich die beeindruckende Lagune erreicht ist.

Das Wasser wirkt auf den ersten Blick fast schmutzig – typisch für einen Gletschersee. Die milchige Farbe entsteht durch feinste Gesteinspartikel, sogenannte Sedimente, die sich mit dem Schmelzwasser vermischen. Umso faszinierender wirken die abgebrochenen Eisblöcke, die in unterschiedlichen Blautönen wie große und kleine Schiffe auf dem Wasser treiben.

Nach diesen zwei intensiven Wandertagen waren wir unglaublich stolz auf die zurückgelegten Kilometer – aber auch spürbar erschöpft. Zurück in El Chaltén gönnten wir uns daher erst einmal eine wohlverdiente Abkühlung: ein lokales Eis, selbstverständlich mit dulce de leche.

Patagonien hat uns vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen. Sowohl in El Calafate als auch in El Chaltén wäre ich gerne noch länger geblieben, um weitere Wanderwege zu entdecken. Die einzigartigen Bilder der schroffen Bergformationen, der endlosen Weite und dieses Gefühls, dass hier wirklich der Weg das Ziel ist, werden mich noch lange begleiten. Patagonien hat einen festen Platz in meinem Herzen – und ich weiß schon jetzt, dass es nicht meine letzte Reise dorthin gewesen sein wird.

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