Unterwegs im Land der Elfen und Trolle – Island im Herbst

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Auf ihrer vierten Reise nach Island wollte Reisespezialistin Yvonne das Land zu einer ganz anderen Jahreszeit kennenlernen. Abseits der Hochsaison, im Juli und August, entschied sie sich für eine Reise nach Island im Herbst.

Der Herbst zieht zu dieser Zeit in Island ein und das Land präsentiert sich in den unterschiedlichsten Farben.

Ankunft in Island

Nach unserer Landung am Flughafen von Keflavik machten wir uns rasch auf den Weg zum Mietwagenschalter. Weit sind die Wege am Flughafen nicht, er ist recht überschaubar. Nachdem die Formalitäten der Mietwagenübernahme schnell erledigt waren und wir ein bisschen Bargeld abgehoben hatten, luden wir unser Gepäck ins Auto und das Abenteuer „Island im Herbst“ konnte beginnen!

Auf Island können Sie so gut wie alles mit Kreditkarte bezahlen. Heben Sie also am Flughafen nicht allzu viel Bargeld ab. Selbst kleinste Geldbeträge sind mit der Kreditkarte zahlbar. Oft gibt es auch keine andere Möglichkeit als mit der Kreditkarte zu bezahlen, etwa an den Parkscheinautomaten in Nationalparks oder an vielen Tankstellen.

Erster Stopp: Hveragerði

Sie fahren auf direktem Weg durch eine Landschaft aus Moos und Lavagestein eine gute Stunde. Unterwegs hielten wir am „Bonus“, eine günstige Discounterkette, die landesweit in vielen Orten vertreten ist. Dort deckten wir uns mit ein paar Snacks und Kleinigkeiten für unterwegs ein. Hveragerði ist bekannt für die Nutzung geothermaler Energie. So können Sie hier Gewächshäuser finden, in denen Blumen, Gemüse und Früchte angebaut werden. Auch gibt es verschiedene Wanderwege, die durch den Ort und um diesen herumführen.

Das Wetter wollte hier jedoch nicht so richtig mitspielen: es war nass und ungemütlich. Wir kannten dieses Wetter auf Island schon von unseren ersten Besuchen und waren darauf eingestellt. Auch im Sommer kann es verregnete Tage geben. Die Isländer sagen „Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte zehn Minuten“. Darauf können Sie sich nicht immer verlassen, aber denken Sie immer positiv. In einer Woche Islandurlaub können Sie jedes Wetter erleben!

So fiel unsere Wanderung vorbei an heißen Quellen etwas kürzer als geplant aus und wir machten uns auf den Weg zum Thermalfreibad „Secret Lagoon“. Gerade wenn Sie Island im Herbst erkunden, können Sie sich hier toll aufwärmen und entspannen. Es ist ein tolles Badeerlebnis. Gründlich duschen, darauf legen die Isländer besonderen Wert, und ab in die natürlichen heißen Quellen.

Wasserfälle, Wasserfälle, Wasserfälle

Entspannt und mit einem isländischen Skyr gestärkt, machten wir uns auf den Weg entlang der Südküste auf der Ringstraße zum Ort Vík í Mýrdal. Unterwegs passierten wir unseren persönlichen Lieblingswasserfall auf Island, den berühmten Seljalandsfoss. Dieser ist, verständlicherweise, ein sehr beliebtes Fotomotiv und dementsprechend im Sommer sehr stark besucht. Auf unserer Reise im Oktober war es also sehr angenehm, den beeindruckenden Wasserfall auch mal eine kurze Zeit für sich alleine zu haben. Das Besondere am Seljalandsfoss ist, dass Sie hinter ihm hindurch gehen können. Stellen Sie sich hinter den mächtigen Wasserfall und Sie spüren die ganze Kraft der Natur. Es ist ein tolles Gefühl!

Ein kurzes Stück vom Seljalandsfoss entfernt besuchten wir den Wasserfalls Gljúfrabúi, der etwas versteckt in einer Höhle liegt. Hier waren wir dankbar für unsere wasserdichten Schuhe und die wasserabweisende Kleidung, denn um den Gljúfrabúi zu sehen, mussten wir von Stein zu Stein am Rand eines kleinen Flussbettes treten, um in die Schlucht zu gelangen. Aber es lohnt sich!

Wandern oberhalb des Wasserfalles

Weiter ging unsere Reise, natürlich wie immer mit vielen Fotostopps zwischendurch, zum ebenfalls sehr bekannten Skógafoss. Dieser liegt ebenfalls nahe der Ringstraße. Wenn Sie Zeit haben, unternehmen Sie auf jeden Fall eine Wanderung oberhalb des Wasserfalls. Auf einem Rundweg lassen sich noch viele kleine Wasserfälle entdecken.

Unsere nächste Unterkunft lag etwas außerhalb von Vík í Mýrdal, unmittelbar an der Ringstraße. Wir entschieden uns abends, anstatt in der Unterkunft, im Ort zu essen und suchten uns ein kleines gemütliches Restaurant. Gut gestärkt und etwas erschöpft gönnten wir uns abends noch eine Zeit im „Hotpot“. Viele Unterkünfte auf Island besitzen geothermisch beheizte Pools, in denen man wunderbar entspannen kann.

Weiterreise nach Skaftafell

Am nächsten Tag fuhren wir entlang der Ringstraße weiter Richtung Osten zum Skaftafell Nationalpark. Unterwegs sollten Sie unbedingt einen Stopp an der beeindruckenden Schlucht Fjaðrárgljúfur nahe des Ortes Kirkjubæjarklaustur machen. Die Schlucht können Sie von zwei Seiten aus erreichen. Eine der Zufahrtsstraßen ist allerdings nur mit einem Allradfahrzeug zu befahren. Wir entschieden uns, trotz unseres Allrad-SUV, für die Zufahrt am Fuße der Schlucht. Es ist wirklich eine beeindruckende Aussicht. Sie können auf einem ausgewiesenen Weg wunderbar wandern und von einer Plattform die tolle Aussicht genießen.

Nachdem wir die Umgebung von Kirkjubæjarklaustur mit dem kleinen Waserfall Stjórnarfoss und dem Kirkjugólf, einem „Kirchenboden“ aus Basaltsäulen, erkundet haben, fuhren wir weiter zum Skaftafell Nationalpark. Wir parkten am Besucherzentrum und zahlten per Kreditkarte unser Parkticket. Das Wetter war herbstlich, immer etwas windig und ab und zu mal ein paar Regentropfen. Aber nichts, was uns davon abhielt, das wunderbare Island zu genießen.

Herbstwetter auf Island

Im Nationalpark war ebenfalls deutlich zu sehen, dass es Herbst in Island geworden war. Die Blätter der Bäume und Sträucher leuchteten in den verschiedensten Gelb- und Rottönen. Es war wunderschön anzusehen. Wenn Sie auf einem der gut beschilderten Wanderwege durch den Skaftafell Nationalpark wandern, kommen Sie zum Wasserfall Svartifoss, ein schmaler und nicht besonders hoher Wasserfall, eingebettet von dunklen Basaltsäulen. Er ist allerdings nicht der einzige Wasserfall im Nationalpark. Sie merken schon: wenn Island eines in Hülle und Fülle besitzt, dann sind es Wasserfälle. Einer schöner und beeindruckender als der andere.

Am nächsten Tag bekamen wir dann das das Motto unserer Reise „Island im Herbst“ voll und ganz zu spüren. Es regnete und stürmte. Unsere geplante Gletscherwanderung auf dem Vatnajökull wurde abgebrochen, unmittelbar, nachdem wir uns auf den Weg gemacht hatten. Da wir jedoch zwei Nächte in der Region eingeplant hatten, wollten wir die Tour am nächsten Tag nachholen. Es wurde uns geraten, die Unterkunft aufgrund des Wetters nach Möglichkeit nicht mehr zu verlassen. So verbrachten wir diesen Tag ganz gemütlich mit einem guten Buch vor dem warmen Kamin in der Lobby. Auch das ist eben Island.

Rauf auf den Gletscher!

Am nächsten Tag hatten wir Glück, der Tag begrüßte uns mit blauem Himmel und ein paar kleinen Wolken. Der Gletscherwanderung stand nichts im Weg. Ausrüstung eingepackt, u.a. bestehend aus Helm und Steigeisent, und schon ging es mit unserem Guide in einer kleinen Gruppe los. Ein kleines Stück legten wir mit dem Bus zurück, den Rest wanderten wir bis zur Gletscherzunge. Hier legten wir unter Anleitung unsere Ausrüstung an und erklommen den Gletscher. Eine besonders gute Kondition brauchen Sie dafür nicht. Ein tolles Gefühl, fast allein, auf dem Eis zu stehen, welches leuchtend blau schimmert!

Nach diesem Abenteuer ging es zurück entlang der Ringstraße bis hin zur Vulkanroute. Unterwegs passierten wir erneut Vík í Mýrdal. Auf dem Rückweg nahmen wir uns diesmal Zeit, die berühmten schwarzen Strände Reynisfjara und Kirkjufjara zu besuchen. Auch diese sind zu jeder Zeit einen Besuch wert! Immer mit ein bisschen Abstand zu den eisigen unberechenbaren Wellen. Aus dem Wasser ragen phantastische Gesteinsformationen aus Basalt, die Reynisdrangar-Säulen. Dabei handelt es sich der Legende nach um Trolle.

Auf Island werden Sie an vielen Stellen merken, warum es auch Land der Elfen und Trolle genannt wird.
In der Nähe besuchten wir außerdem das Kap Dyrhólaey, von dem aus man, oben am Leuchtturm angekommen, einen wunderbaren Ausblick hat. Da wir in der Dämmerung dort waren, was im Sommer durch die lange Tageslichtdauer fast unmöglich ist, kamen wir in den Genuss, den Leuchtturm in Aktion und sein warmes Licht strahlen zu sehen.

Mysthisches Islan

Bevor wir am nächsten Tag Richtung Borgarnes aufbrachen, entdeckten wir nahe unserer Unterkunft in Hvolsvöllur noch einen kleinen versteckten Wasserfall, den Þorsteinslundur. Dieser liegt ganz idyllisch etwas versteckt in einem kleinen Park. Auch hier leuchteten wieder alle Farben des Herbstes. Ein toller Picknickplatz in einer mystischen Atmosphäre.

Von Borgarnes aus unternahmen wir einen Ausflug auf die Snæfellsnes Halbinsel.
Diese Halbinsel hat einiges zu bieten. Von Klippen aus Basaltsäulen, über Strände, von denen aus man mit etwas Glück einen Blick auf Kegelrobben erhaschen kann, bis hin zu dem berühmten Kirkjufell mit dem Kirkjufellsfoss. Letztere geben das vielleicht berühmteste Foto Islands ab.

Magische Nordlichter

Ein besonderes Abenteuer war auch die Wanderung zum Eldborgkrater. Ein Schild an der Straße hat uns noch die Richtung angezeigt, in der der Krater liegt, den Rest des einstündigen Weges mussten wir uns an kleinen Steinhaufen orientieren. Wir waren uns erst nicht sicher, ob wir nur anhand dieser Steine den Weg dorthin, und vor allem wieder zurück, finden würden, aber es hat tatsächlich ausgereicht. Hier wandert man im Herbst einsam durch unberührte Natur.

Am Ende des Tages wurden wir darin bestätigt, warum sich eine Reise nach Island im Herbst ebenfalls lohnt: Wir konnten die lang ersehnten Nordlichter am Himmel bestaunen. Das Highlight unserer Reise! Dieses Erlebnis ist einfach unbeschreiblich! Nach langem Warten tanzten die türkisgrünen Lichter auf einmal in einem leuchtenden Band am Himmel. Sie brauchen Geduld, eventuell eine gute Kamera und natürlich auch ein bisschen Glück, dann können Sie dieses phantastische Naturschauspiel von Ende September bis Anfang April beobachten.

Unsere Reise neigte sich nun langsam dem Ende zu. Wir fuhren wieder Richtung Keflavik den Hvalfjörður, den Walfjord, entlang. Seit dem Sommer 1998 gibt es zwar einen Tunnel, aufgrund dessen Sie den Fjord nicht mehr unbedingt entlangfahren müssen. Landschaftlich ist es jedoch eine tolle Strecke und wir können nur empfehlen, diesen Umweg zu nehmen.

Reykjanes: Die Vergessene Halbinsel

Wir fuhren anschließend nicht auf direktem Weg nach Keflavik, sondern umfuhren die komplette Reykjanes Halbinsel, auf der auch der Flughafen liegt. Die Halbinsel wird auch als „vergessene Halbinsel“ bezeichnet, da viele Touristen hier oft nur schnell durchreisen.

Aufgrund dessen, und weil wir im Herbst unterwegs waren, hatten wir die Halbinsel auch fast für uns alleine. Hier gibt es neben Steilklippen und Leuchttürmen einiges zu sehen und zu entdecken. Einen Stopp legten wir am See Kleifarvatn ein. Das Wasser des Sees ist eiskalt, aber am Ufer genossen wir den Ausblick und die Stille. Beeindruckt hat uns auch das Hochtemperaturgebiet Seltún mit seinen unglaublich schönen Farben. Auf Holzstegen können Sie sicher durch das Gebiet wandern. Ein Stück weiter gelangten wir zu Brimketill, einem natürlichen Pool, der durch Erosion der Brandung entstanden ist. Der Legende nach hat hier eine Trollfrau gebadet und leider die Zeit dabei vergessen.

Die letzte Nacht verbrachten wir nun in einer Unterkunft in Flughafennähe. Am frühen Morgen fuhren wir das kurze Stück zum Flughafen, tankten den Mietwagen vor Abgabe voll und verabschiedeten uns von Island im Herbst mit den Worten: „Bis zum nächsten Mal!“.

Island ist ein Land, das uns immer wieder aufs Neue fasziniert. Jede Jahreszeit beeindruckt auf ihre ganz eigene Weise und lohnt sich zu erleben. Island im Herbst war ein tolles Erlebnis, es ist weniger los und das Land erscheint in den buntesten Farben.

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