
Island im Winter – Die schönsten Touren & Tipps
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Mit dem Ziel, die Polarlichter und Islands atemberaubende Landschaften zu erleben, begann ich meine erste Reise auf die Insel zu planen – und schließlich auch umzusetzen. Ich wollte sowohl ein wenig Kultur als auch möglichst viel Natur erleben. So startete meine Island Reise im verschneiten Reykjavik, der kleinen Hauptstadt, die im März ihren ganz eigenen Charme hat.

Corinna 💚 von erlebe


Reykjavik
Die Stadt begeistert nicht nur mit ihren hübschen, farbenfrohen Häusern, sondern auch mit der imposanten Kirche Hallgrímskirkja, die über allem thront. Wir entschieden uns für eine Foodtour durch Reykjavik – nicht zuletzt, weil ich mir unter isländischer Küche außer Skyr ehrlich gesagt nicht viel vorstellen konnte. Es stellte sich als hervorragende Entscheidung heraus. Das einheimische Lammfleisch in Kombination mit frischen Meeresfrüchten war unglaublich saftig und aromatisch. Auch das Nationalgericht Plokkfiskur, ein cremiger Fischeintopf aus Kabeljau oder Schellfisch mit Kartoffeln, Butter und Gewürzen, durften wir probieren. Ein kleines Stück Hákarl, also fermentierten Hai, durften wir auch probieren. Natürlich fehlte auch der berühmte Hotdog nicht – und zum Abschluss gab es ein handgemachtes Eis.
Am Nachmittag besuchten wir das kleine Nordlichtmuseum. Dort wird nicht nur erklärt, wie Polarlichter entstehen und in welchen Höhen sie auftreten, sondern auch, welche Geschichten und Mythen sich weltweit um dieses Naturphänomen ranken. Besonders spannend fand ich die praktische Einführung: Man bekommt gezeigt, wie man seine Kamera richtig einstellt, um beeindruckende Fotos zu machen, und wie man Polarlichter überhaupt am Himmel erkennt. Denn in Wirklichkeit erscheinen sie oft viel blasser als auf den farbintensiven Fotos, die man aus dem Internet kennt.
Snæfellsnes Halbinsel
Mein nächster Halt war die Snæfellsnes Halbinsel mit dem berühmten Berg Kirkjufell und seinem Wasserfall. Eine unserer geführten Touren führte uns in die Vatnshellir Höhle. Mit Helm und Taschenlampe ausgerüstet stiegen wir hinab in die unterirdische Welt. Die Tour ist körperlich nicht besonders anspruchsvoll, und der Guide erzählt viel über die farbenfrohen Gesteinsformationen, die man unterwegs sieht.
Besonders beeindruckend sind die rötlichen Höhlenwände, die durch oxidiertes Eisen entstehen. Das bedeutet: In der Lava steckt natürlicherweise Eisen, das mit Sauerstoff reagiert und ähnlich wie Metall an der Luft „verrostet“. Dadurch entstehen die warmen Rot-, Orange- und Brauntöne, die man in vielen Lavahöhlen findet.
Die Führung dauert etwa eine Stunde und lässt sich daher wunderbar in den Tag integrieren.


Die Snæfellsnes Halbinsel eignet sich außerdem hervorragend, um Orcas zu beobachten. Die Tour startet ab Ólafsvík, und an Bord werden warme Overalls bereitgestellt – ich kann wirklich jedem empfehlen, diese anzuziehen, denn auf dem offenen Meer wird es schnell kalt.
Wir hatten außergewöhnliches Glück: Für isländische Verhältnisse war der Wind erstaunlich ruhig, der Himmel klar und die Sichtweite beeindruckend – Bedingungen, die man in Island nur selten erlebt. Dazu kamen unglaublich viele Orcas, die teilweise sehr nah an unser Boot heranschwammen.
Unser Kapitän achtete stets darauf, die Tiere nicht zu stören: Er fuhr nicht hinter ihnen her und schaltete den Motor aus, sobald die Orcas von selbst näherkamen. Erst wenn sie wieder ausreichend Abstand hatten, setzte er die Fahrt fort. Eine respektvolle und nachhaltige Begegnung, die den Moment noch besonderer machte.
Golden Circle
Weiter ging es in die Region des Golden Circle mit dem berühmten Geysir Strokkur, dem beeindruckenden Gullfoss Wasserfall und dem UNESCO Welterbe Þingvellir Nationalpark.
In der Nähe von Hveragerði haben wir einen Reitausflug mit Islandpferden gebucht, um den berühmten Tölt selbst zu erleben. Diese kleinen, aber unglaublich kräftigen Pferde haben mich sofort begeistert. Die Landschaft war wunderschön, und der Tölt ist eine erstaunlich angenehme und ruhige Gangart, die das Reiten besonders komfortabel macht. Der Reiterhof behandelte seine Pferde sehr liebevoll; sie verbringen fast bei jedem Wetter viel Zeit draußen und sind dadurch bestens an die rauen Bedingungen Islands angepasst.


Eishöhlenwanderung
Unsere letzte Tour führte uns in die Region rund um Vík, wo wir eine Sólheimajökull Glacier Hike–Eishöhlenwanderung unternahmen. Das Wetter war typisch isländischer Winter: kalt, sehr windig und eine Mischung aus Regen und Schnee. Dadurch wurde die Gletscherwanderung deutlich anstrengender – hier ist eine gute körperliche Kondition auf jeden Fall von Vorteil. Vor Ort bekamen wir Spikes, Helme und Eispickel ausgeliehen, und dann ging es auch schon in Richtung Gletscher. Es war ein völlig neues Gefühl, die Spikes fest ins Eis zu drücken, um nicht auszurutschen. Der Eispickel diente vor allem als zusätzliche Stütze, wenn es steiler bergauf oder bergab ging.
Der Gletscher selbst war atemberaubend schön, doch das Betreten ist nur mit einem Guide dringend empfohlen. Personen ohne Guide durften zwar bis zum Gletscher laufen, sollten ihn jedoch keinesfalls betreten – zu groß ist die Gefahr durch Spalten, instabiles Eis oder plötzliches Abrutschen. Eine Gletscherwanderung eignet sich besonders für Menschen, die Abenteuer lieben und kein Problem damit haben, sich auf ungewohnte Untergründe und wechselnde Bedingungen einzulassen. Mit professioneller Führung wird daraus ein sicheres und beeindruckendes Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.
Fazit
Die Touren haben mir allesamt unglaublich viel Spaß gemacht, und ich kann wirklich jedem ans Herz legen, eine davon auszuprobieren. Island bietet die perfekte Mischung aus faszinierender Tierwelt, atemberaubenden Landschaften und spannender Kultur.
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