
Lappland im März: Zwischen Erwartungen und echten Erlebnissen
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Lappland im Winter – das klingt nach klirrender Kälte, tief verschneiten Landschaften und genau diesem Gefühl, ganz weit weg zu sein.
Die Reise hatte einen konkreten Anlass: Gemeinsam mit meiner Kollegin Stefanie ging es nach Nordfinnland, um die Region für neue Reiseideen zu erkunden. Während sie Unterkünfte checkte, habe ich versucht, möglichst viele Eindrücke einzufangen – mit Kamera, aber vor allem selbst.
Vor der Abreise kreisten die Gedanken vor allem um eine Sache: das Wetter.
Wie kalt wird es wirklich? Und ist man darauf vorbereitet?
Die Antwort kam schneller als gedacht – und sie war anders als erwartet.

Tina 💚 von erlebe


Wetter im März: Überraschend mild
Wir waren Mitte März unterwegs. Vorteil: Die Tage sind länger, das Licht weicher und Schnee liegt meist noch ausreichend.
Nur mit der Kälte ist es so eine Sache.
Statt klirrender Minusgrade zeigte sich Lappland diesmal von einer milden Seite. Zwischen -2 und +3 Grad, zwischendurch Regen auf Schnee – selbst den Rentieren war es zu warm!
Das beschreibt Lappland ziemlich gut: Man weiß vorher nie genau, was einen erwartet. Genau deshalb lohnt es sich, flexibel zu bleiben – und sich auf alles einzustellen.
Kleidung: Gut vorbereitet, aber entspannt bleiben
Vor der Reise habe ich mir wirklich viele Gedanken gemacht. Minus 35 Grad? Da stapeln sich die Wollsocken wie kleine Türme im Koffer.
Vor Ort relativierte sich das schnell. Bei fast allen Aktivitäten bekommt man Thermooverall, warme Schuhe und Handschuhe gestellt. Beim Schneemobilfahren kam sogar noch eine Skimaske unter den Helm – ich sah aus wie ein Michelin-Männchen, aber frieren? Fehlanzeige.
Was sich wirklich bewährt hat, ist das Zwiebelprinzip: Skiunterwäsche, Fleece, eine hochwertige wind- und wasserdichte Jacke und Hose. Und ein Punkt, der überrascht: Man friert weniger als gedacht.
Durch die Bewegung wird einem schnell warm – teilweise sogar so sehr, dass man eher ins Schwitzen kommt.


Fortbewegung: Viel Freiheit mit etwas Planung
Ein Mietwagen bietet in Lappland viel Flexibilität. Die Fahrzeuge sind an die Bedingungen angepasst und mit Spikereifen ausgestattet.
Nach einer kurzen Eingewöhnung lässt sich auch auf Schnee und Eis gut fahren. Ein Automatikauto macht es zusätzlich einfacher, da man sich voll auf die Strecke konzentrieren kann.
Ein Tipp: den Tank im Blick behalten. Die Entfernungen sind groß und Tankstellen nicht überall verfügbar.
Alternativ funktionieren Transfers oder eine Unterkunft mit zentraler Lage ebenso gut. So hat man kurze Wege zu Aktivitäten, Restaurants oder einem Supermarkt.
Unterkünfte: Viel Freiheit oder besondere Erlebnisse
Cabins – also kleine Hütten zur Selbstverpflegung – sind in Lappland eine besonders beliebte Unterkunftsform.
Sie bieten Ruhe, Flexibilität und oft genau das, was man sich nach einem Tag draußen wünscht: einen Kamin und eine eigene Sauna. Apropos Sauna: In Finnland gibt es mehr davon als Autos. Nach einem Tag draußen ist das Pflichtprogramm.
Wer es komfortabler mag, kann Resorts mit Frühstück oder Halbpension wählen. Besonders schön: Aurora Cabins mit Glasdach über dem Bett. Sterne gucken inklusive.
Ein Highlight war das Iglu, in dem Stefanie übernachtete. Ich habe dankend abgelehnt – zu kalt für mich – aber sie schwärmte: Schlafsack, Wärmflasche und warme Einrichtung machten die Nacht angenehm. Am Abend saßen die Gäste zusammen, tauschten Geschichten aus Polen, Iran und Finnland, und auch der Besitzer erzählte spannende Anekdoten. Dieses Gemeinschaftsgefühl hat sie mehr beeindruckt als das Eis selbst.


Aktivitäten: Von still bis rasant
Lappland lebt von Erlebnissen – nicht von Sehenswürdigkeiten.
Schneeschuhwandern klingt unspektakulär, ist aber unglaublich entspannend. Schritt für Schritt durch verschneite Wälder, die Stille, Schnee auf den Ästen – man vergisst schnell die Zeit.
Ein Highlight ist die Husky-Tour. Selbst einen Schlitten zu lenken, ist eine Erfahrung, die man nicht so schnell vergisst.
Dabei gibt es zwei wichtige Unterschiede:
Der Siberian Husky ist das typische Bild, das viele im Kopf haben – oft mit blauen Augen und markantem Aussehen.
Daneben gibt es den Alaskan Husky. Optisch unscheinbarer, dafür gezielt auf Ausdauer und Leistung gezüchtet. Diese Hunde eignen sich besonders gut für längere Strecken und werden häufig für Schlittentouren eingesetzt.
Sobald es losgeht, merkt man sofort, wie viel Energie in ihnen steckt.
Schneemobiltouren bringen Geschwindigkeit in die weite Landschaft und bieten einen spannenden Kontrast zur ruhigen Natur.
Eisangeln dagegen ist ruhig und entspannt. Ein Loch im Eis, eine Angel und Zeit – mehr braucht es nicht.
Finnland: Eines der glücklichsten Länder der Welt
Vor Ort zeigt sich schnell, dass dieses Glück leise ist. Die Menschen sind freundlich, direkt und eher zurückhaltend.
Kaffee spielt eine große Rolle – und wird in erstaunlichen Mengen getrunken.
Besonders ist der Umgang mit der Natur. In Nationalparks gibt es offene Schutzhütten mit Feuerholz. Jeder kann sie nutzen.
Das Prinzip ist einfach: Nehmen, was man braucht und danach wieder etwas zurückgeben. Oder anders gesagt: Einen Ort immer ein bisschen besser hinterlassen.

Fazit: Lappland bleibt
Nicht alles lief wie erwartet. Keine Polarlichter, oft grauer Himmel und mildere Temperaturen. Und trotzdem war diese Reise großartig.
Die Ruhe, die Weite, die Mischung aus Aktivität und Entspannung – das bleibt hängen. Manchmal sind es nicht die spektakulären Momente, sondern die kleinen Details: ein Lächeln der Einheimischen, ein Hund, der voller Energie losrennt, oder ein warmer Schlafsack im Eishotel.
Lappland im März zeigt: Nicht alles muss perfekt sein, um unvergesslich zu sein – und genau das macht den Reiz aus.
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