
Entschleunigt reisen in Marokko: Marrakesch, Agafay und Essaouira bewusst genießen
Blog
Nach unserer ersten Marokko Rundreise wussten wir: Dieses Land muss man nicht nur sehen, man muss es auf sich wirken lassen. Die Farben, Gerüche, Geräusche, Begegnungen und kleinen Alltagsmomente bleiben oft viel länger im Kopf als der nächste abgehakte Programmpunkt. Deshalb wollten wir bei unserer zweiten Reise nicht möglichst viele Orte in kurzer Zeit erleben, sondern langsamer reisen – mit Zeit für entspannte Zeit in der Unterkunft, spontane Pausen, gutes Essen, Tee auf der Terrasse, Poolmomente und gemeinsames Schlendern.
Diesmal waren mein Partner und ich außerdem nicht allein unterwegs, sondern gemeinsam mit einer Freundin und ihrer fünfjährigen Tochter. Umso wichtiger war es für uns, nicht jeden Tag komplett durchzutakten. Gerade mit Kind merkt man schnell, wie wertvoll ein entspannter Reiseplan ist. Manchmal braucht es eben eine Pause im Schatten, ein Eis oder etwas Zeit am Pool. Genau dafür war unsere Route ideal: Marrakesch, die Agafay-Wüste und Essaouira – drei ganz unterschiedliche Orte, aber alle auf ihre Weise perfekt zum Ankommen und Genießen.

Isabelle 💚 von erlebe


Marrakesch: eintauchen in den Trubel
Marrakesch kannten wir bereits von unserer ersten Marokko Reise. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten hatten wir also schon gesehen. Genau das machte diesen Aufenthalt so entspannt. Wir mussten nicht mehr von einem Highlight zum nächsten hetzen, sondern konnten die Stadt ganz nach unseren Vorstellungen erkunden.
Unser Riad war dabei unser Wohlfühlort: zentral genug, um schnell mitten im Geschehen zu sein und gleichzeitig ruhig genug, um sich vom Trubel zurückzuziehen. Morgens starteten wir ganz entspannt auf der Dachterrasse in den Tag – mit Kaffee, marokkanischen Pfannkuchen und dem schönen Gefühl, nichts verpassen zu können.
Statt klassischem Sightseeing lag unser Fokus diesmal mehr auf Kulinarik und Atmosphäre. Wir probierten verschiedene Kleinigkeiten an den unterschiedlichen Straßenständen, schlenderten durch die Gassen und beobachteten das bunte Treiben der Stadt. Überall waren Geräusche, Farben, Mopeds, Händler, Gewürze und Stimmen. Marrakesch ist faszinierend, aber auch fordernd. Genau deshalb war es gut, die Stadt in unserem Tempo zu erleben.
Am Abend zog es uns dann doch noch einmal zum Djemaa el Fna. Diesen Platz bei Nacht zu beobachten, gehört einfach dazu: die Lichter, die Essensstände, die Musik, die Menschenmengen. Danach waren wir allerdings bereit für Ruhe. Zurück im Riad bestellten wir uns noch einen typischen Minztee, setzten uns mit einem Spiel auf die Dachterrasse und ließen den Tag langsam ausklingen. Für uns war das genau die richtige Mischung aus Eintauchen und Rückzug.


Agafay: Ruhe, Poolzeit, Sternenhimmel
Von Marrakesch auf fuhren wir weiter in die Agafay-Wüste. Für uns war sie die perfekte Alternative zu den südlicher gelegenen Wüstenregionen, besonders weil wir nur eine Woche Zeit hatten und keine langen Fahrtstrecken zurücklegen wollten. Statt weiter in Richtung Sahara zu fahren, konnten wir in vergleichsweise kurzer Zeit eine ganz andere Seite Marokkos erleben.
Die Agafay-Wüste ist keine klassische Sandwüste mit hohen Dünen, sondern eine karge Steinwüste – weit, ruhig und fast mondartig. Nach dem Trubel von Marrakesch weiß man die Stille und die Weiten sehr zu schätzen. Wir hatten kein Programm. Kein früher Start, kein voller Tagesplan, nichts, was man unbedingt erledigen muss. Stattdessen: entspannte Stunden am Pool, gemeinsame Zeit, Sonne und die Weite genießen.
Am Abend wurde die Stimmung noch besonderer. Es gab Livemusik, die Landschaft wurde langsam dunkler, und über uns zeigte sich ein beeindruckender Sternenhimmel. Wir haben eine leckere Tajine gegessen und den Abend entspannt ausklingen lassen.
Doch den Sonnenaufgang wollten wir nicht verpassen – also klingelte am nächsten Morgen doch früh der Wecker. Mit dem ersten Kaffee in der Hand beobachteten wir, wie die Sonne langsam hinter den Dünen empor stieg und wurden wir mir einem wundervollen Sonnenaufgang begrüßt.


Essaouira: Shoppen, Schlendern und Tee Trinken
Unsere letzte Station war Essaouira. Für uns war die Stadt der perfekte Abschluss der Reise. Nach Marrakesch und Agafay brachte Essaouira noch einmal eine ganz andere Stimmung mit: Atlantikluft, helle Gassen, ein noch entspannteres Tempo und dieses schöne Gefühl, ein paar Tage an einem Ort zu bleiben.
Wir nutzten die Zeit ganz bewusst langsam. Es gab entspannte Stunden am Pool, einen Kamelritt und viele kleine Spaziergänge durch die Stadt. Besonders schön war es, sich einfach treiben zu lassen: durch die Gassen schlendern, in kleinen Läden stöbern, Souvenirs anschauen, Tee trinken und hier und da mit Menschen ins Gespräch kommen.
Auch das Feilschen auf dem Markt gehörte dazu – nicht hektisch oder verbissen, sondern mit einem Lächeln, ein bisschen Geduld und Neugier auf das lokale Treiben. In Essaouira hatten wir das Gefühl, mehr vom Alltag mitzubekommen. Nicht, weil wir besonders viel unternommen haben, sondern weil wir uns Zeit genommen haben. Zeit zum Schauen, Fragen, Sitzenbleiben und Weitergehen, wenn uns danach war.
Fazit
Am Ende war es genau diese Mischung, die unsere Reise so besonders gemacht hat: der Trubel von Marrakesch, die Stille der Agafay-Wüste und die entspannte Atlantikluft in Essaouira. Marokko muss nicht immer eine große Rundreise sein. Manchmal reicht es, sich auf wenige Orte einzulassen – und ihnen dafür wirklich Zeit zu geben.
Unser Fazit: Wir kommen gerne wieder. Marokko eignet sich nicht nur für eine intensive Rundreise, sondern auch für eine entspannte Woche, in der man wenige Orte bewusst erlebt. Gerade beim zweiten Besuch war weniger Programm für uns am Ende genau die richtige Wahl.
Unsere beliebtesten Marokko Reisen
