
Alleine durch Portugal – zwischen Sternenhimmel, Bergwelten und unerwarteten Highlights
Blog
Wie reisen Sie am liebsten – mit der Familie, mit Freunden oder vielleicht sogar alleine?
Ich bin gerade frisch von meinem Solo-Trip durch Portugal zurückgekehrt. Zwar war ich Anfang des Jahres bereits mit meinen Eltern auf Madeira, doch das portugiesische Festland war für mich ebenso Neuland wie eine Rundreise auf eigene Faust.
Ich nehme Sie mit zu meinen persönlichen Highlights, besonderen Begegnungen und einigen Überraschungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte.

Station 1 – Von Lissabon in den Alentejo
Zugegeben, meine Route war zu Beginn etwas ungewöhnlich. Nach meiner Landung in Lissabon ging es für mich erst einmal zweieinhalb Stunden mit dem Mietwagen Richtung Alentejo. Eine ganz besondere Region Portugals, in der schon die Anreise unglaublich viel Freude macht.
Ich erreichte mein Hotel erst spät am Abend, konnte aber selbst im Dunkeln erahnen, wie schön dieser Ort sein musste. Und so saß ich an meinem ersten Abend auf dem kleinen Balkon, blickte nach oben und bewunderte die Sterne und die Milchstraße.
Der Alentejo ist für seine geringe Lichtverschmutzung bekannt. Entsprechend spektakulär ist der Nachthimmel! Und genau dieser Sternenhimmel brachte mich auf die Idee für einen Ausflug, den ich unbedingt erleben wollte: Kajakfahren unter den Sternen.

Damit wären wir auch schon bei meinem ersten großen Highlight, denn dieser Ausflug hat mich von Anfang bis Ende begeistert.
Schon die rund 50-minütige Anfahrt zum See war ein Erlebnis. Besonders die letzten Kilometer, auf denen sich die Straße entlang der verwinkelten Arme des Sees schlängelt, waren wunderschön.
Die Kajaktour sollte um 19 Uhr beginnen. Deshalb beschloss ich, vorher direkt am See zu Abend zu essen. Das noch recht neue Restaurant wird vom selben Anbieter betrieben, der auch die Kajaktour organisiert. Das Essen war köstlich und die Lage direkt am Wasser traumhaft. Ein rundum gelungener Auftakt!
Nach einer kurzen Einweisung ging es zu zweit in die Kajaks und hinaus auf den See, immer dem Sonnenuntergang entgegen. Was für eine Aussicht! Etwa auf halber Strecke legten wir an einer kleinen Insel an. Unser Guide erzählte uns spannende Geschichten über die Entstehung des Sees und die umliegende Region. Anschließend paddelten wir noch ein Stück weiter, bevor wir auf einer zweiten Insel Halt machten.


Dort wartete ein kleines Picknick mit portugiesischem Rotwein, Käse, Wurst und Brot auf uns. Als die Sonne schließlich untergegangen war, wurde es Zeit für ein wenig Sternenkunde. Mithilfe eines Laserpointers zeigte uns unser Guide verschiedene Sternbilder und erklärte, was wir am Nachthimmel entdecken konnten. Mit seiner herrlich lockeren Art machte er das Ganze zu einem ebenso unterhaltsamen wie spannenden Erlebnis.
Anschließend paddelten wir im Dunkeln zurück zur Anlegestelle. Nur der Mond, die Sterne und zwei kleine Kopflampen begleiteten uns über das Wasser. Eine ganz besondere Atmosphäre, die ich so schnell nicht vergessen werde.
Mein Tipp: Diesen Ausflug kann ich wirklich jedem ans Herz legen! So etwas erlebt man schließlich nicht alle Tage. Beachten Sie bei Ihrer Planung, dass die Tour nur mittwochs und samstags angeboten wird. Der Anbieter organisiert übrigens auch zahlreiche weitere Wassersportaktivitäten.
Station 2 – Ein kurzer Zwischenstopp in Lissabon
Nach meinem Abstecher in den Alentejo führte mich meine Route zurück nach Lissabon. Für die portugiesische Hauptstadt hatte ich bewusst nur eine Übernachtung eingeplant, denn ich bin grundsätzlich kein großer Städtetyp.
Viele meiner Freunde und auch meine Eltern schwärmen von Lissabon. Mich persönlich hat die Stadt allerdings nicht ganz abgeholt. Sie war mir etwas zu wuselig und unruhig. Vielleicht lag es auch am starken Kontrast zur abgeschiedenen Landschaft des Alentejo.
Ein Highlight gab es trotzdem: die Fahrt über die beeindruckende Vasco-da-Gama-Brücke. Mit ihrer außergewöhnlichen Linienführung und ihrer enormen Länge ist sie schon ein Erlebnis für sich.
Aber genau das ist ja das Schöne am Reisen: Nicht jeder Ort muss jedem gefallen. Und manchmal entdeckt man seine persönlichen Lieblingsorte eben abseits der bekannten Highlights.


Station 3 – Serra da Estrela: Auf dem Dach Portugals
Meine nächste Station führte mich wieder hinaus in die Natur: in die Serra da Estrela, das höchste Gebirge des portugiesischen Festlands.
Schon auf der Fahrt dorthin veränderte sich die Landschaft komplett. Statt der eher trockenen Weiten des Alentejo erwarteten mich sattes Grün, beeindruckende Bergpanoramen und dieses wunderbare Roadtrip-Gefühl. Mein Plan war eine rund zehn Kilometer lange Wanderung, die mich zu einigen der Bergseen führen sollte. Doch schon die Fahrt zum Ausgangspunkt wurde zu einem Erlebnis für sich. Serpentine um Serpentine schraubte ich mich den Berg hinauf. Hinter jeder Kurve wartete ein neuer Ausblick, der mir den Atem raubte.
Und hier zeigte sich einer der großen Vorteile des Alleinreisens: Niemand ist genervt, wenn man zum gefühlt tausendsten Mal anhält, aussteigt und einfach nur staunt.
Ich war schon oft in den Bergen unterwegs. Eigentlich bestand meine gesamte Kindheit aus Wanderurlauben. Aber ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich eine solche Landschaft noch nie gesehen habe.
Der Ausgangspunkt meiner Wanderung lag am Lago Comprida, an dessen Rand der Weg zunächst über eine Staumauer führte. Anschließend ging es auf einem wunderschönen Pfad tiefer ins Gebirge.
Ein kleiner Hinweis für alle Wanderfreunde: Der Weg führt teilweise über loses Geröll. Trittsicherheit und eine gewisse Grundkondition sind deshalb wichtig. Die zehn Kilometer können sich dadurch deutlich länger anfühlen.
Die Route führte mich am ersten See entlang, vorbei an skurrilen Felsformationen, über ein herrliches Bergplateau und schließlich zu einem zweiten, kleineren See. Hier befindet sich auch ein bekanntes, kreisrundes Loch im Fels, das je nach Jahreszeit allerdings trockenliegen kann.
Und wissen Sie, wie viele Menschen ich während meiner gesamten Wanderung getroffen habe? Gerade einmal acht!
Was diesen Tag für mich so besonders gemacht hat, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Ich hatte das Gefühl, auf dem Gipfel der Welt zu stehen und auf alles hinunterzublicken. Fast so, als könnte ich von dort ganz Portugal überblicken.
Und damit hatte meine Reise einen im wahrsten Sinne des Wortes krönenden Abschluss gefunden.


Meine 5 Tipps für Ihre Portugal-Reise
Zum Abschluss möchte ich noch ein paar Erfahrungen mit Ihnen teilen, die mir vor meiner Reise selbst nicht unbedingt bewusst waren und die Ihren Portugal-Urlaub vielleicht noch ein bisschen schöner machen.
1. Ein paar Worte Portugiesisch können Wunder wirken
Gerade in abgelegeneren Regionen sprechen manche Menschen wenig oder gar kein Englisch. Lernen Sie deshalb am besten ein paar portugiesische Sätze. Auch mit Spanisch kommt man gelegentlich weiter. Und wenn gar nichts mehr hilft, gibt es schließlich Übersetzungs-Apps sowie Hände und Füße. Einer schönen Begegnung steht also nichts im Wege!
2. Genießen Sie die Nebensaison
Die Temperaturen sind angenehmer, die bekannten Sehenswürdigkeiten weniger besucht und an manchen Orten hat man die Landschaft fast für sich allein. Für mich eine wunderbare Reisezeit!
3. Ein Pastel de Nata am Tag ist Pflicht
Sie sind schließlich in Portugal! Da darf das berühmte portugiesische Blätterteigtörtchen mit Puddingfüllung natürlich nicht fehlen. Am besten frisch und noch ein bisschen warm.
4. Entdecken Sie die ganze Vielfalt Portugals
Von traumhaften Stränden und wilden Küsten über charmante Städte bis hin zu beeindruckenden Berglandschaften: Portugal bietet unglaublich viel Abwechslung. Und das Beste daran? Viele dieser unterschiedlichen Landschaften lassen sich wunderbar miteinander kombinieren.
5. Haben Sie den Mut, Ihre eigenen Lieblingsorte zu entdecken
Nur weil alle von einem bestimmten Ort schwärmen, muss er nicht automatisch auch Ihr persönliches Highlight sein. Mein Highlight war zum Beispiel überall dort, wo ich Sonnenuntergänge beobachten konnte. Das ist quasi der Tipp in diesem Tipp – gehen Sie auf die Suche nach den schönsten Sonnenuntergängen und Abendhimmeln.

Das sagen unsere Gäste
Noch mehr Inspiration? Lesen Sie weitere Reiseblogs

Entdecken Sie unsere Rundreisen und Reisebausteine
